Christos Santamouris

Geboren 1948 auf der kykladischen Insel Tinos, lebt und arbeitet in Frankreich und Griechenland.
Er wuchs mit der Tradition der Marmor Bildhauer aus Tinos auf, welche das robuste erdige Element mit der intensiven geistigen Welt kombiniert. Er studierte an der Schule für Zeichnung und Skulptur auf Tinos und an den Schönen Künsten in Athen und Paris von 1973 bis 1980. Obwohl die hervorragende Technik sein dauerhafter Bezugspunkt ist, versucht er sie zu übertreffen und sich neuen Perspektiven der künstlerischen Gestaltung zu öffnen. Seit 1990 arbeitete er auch als Professor der Gravur an der Akademie der Bildenden Künste in Chaville, und trägt dadurch auf eine signifikante Weise zu deren internationalen Ruf bei. Getreu der kulturellen Vergangenheit seines Heimatlandes und ein achtsamer Beobachter der gängigen Tradition, hat er das immaterielle und unerbittliche Element der Zeit und das Licht der Kykladen in seinen Werken festgehalten.
Mehrere Ausstellungen und bedeutende Auszeichnungen folgten in Belgien, China, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Indien, Italien, Kanada, Korea, Zypern. Von 1982 bis 2009 gewann er immer wieder erste Preise für seine Arbeit. Im Jahr 1999 gewann er den Nationalen Wettbewerb für den Entwurf und die Realisierung des bedeutenden "Prix Mireille 2000" in Frankreich. Sowohl seine Werke in Gravur und auf geprägtem Papier (Gaufrage), als auch die in Kunst-Büchern, Kunst-Buch-Objekten und in seinen neuesten Kompositionen in gravierten Marmor, sind bekannt.
Die Werke Santamouris werden von einer hyper-realistischen Intensität charakterisiert welche durch die harmonische Koexistenz mehrerer Ebenen flieβt: die emotionale Spannung der Tradition ("Tauben-Häuser I-XIV") mit der subtraktiven Innovation (endgültiges Triptychon aus Askese "Auch das Eine existiert nicht!"), die Strenge von Schwarz und Weiß ("Verweis auf Y. Ritsos") mit der Explosion der Farben (die 24 Stiche von "Odyssee"), die Einfachheit der Kompositionen ("Intensität") mit dem komplexen Aufbau von Werkstoffen und Schichten ("Philopolis I-VII")...
Den Künstler begleitet mehr als 15 Jahr lang Nikos Kazantzakis Denkweise, in seinen Werken reflektieren die Themen der Schöpfung, der Veränderung, des ewigen Kampfes der Transformation von Materie zum Geist und der kontinuierliche Pfad und Fortschritt des Menschen, Themen, die wir in den Schriften des großen kretischen Schriftstellers finden, der weltweiten Ruhm und Anerkennung genossen hatte. Das Ergebnis dieser geistigen Verbindung waren die Werke "Askese", "Odyssee" und "Bericht an Greco". Mit der Einführung der dritten Dimension in seinen Werken beginnt im Zeitraum von 2004 bis 2013 eine weitere kreative Epoche. Zuerst, mit dem geprägten Papier (Gaufrages), wobei das Volumen des geprägten Papiers handgemacht ist, dem Magma der amorphen Weisheit, immer im Wachstum begriffen und den Druck-Buchstaben aus Blei -ein ständiger Verweis auf akkumuliertes Wissen der Vergangenheit welches in Gefahr des Vergessenwerdens ist- bilden eine geodynamische Landschaft des heutigen Menschen. Weiters, mit den "Konstruktionen in der Zeit", wo gewaltige Marmor Strukturen sich wie menschliche Gebäude erheben die Segmente der Weisheit, Hinweise auf Kunst und Beispiele der technologischen Macht enthalten. Seit kurzem, mit den aktuellen Kreisen aus Marmor -Symbole kontinuierlicher Bewegung- welche Überreste der Vergangenheit, geologische Erinnerungen und Elemente des Bemühens des Menschen mit der Natur in Einklang zu kommen, umfassen.